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Bundesvorsitzender für weitere vier Jahre im Amt bestätigt

Mit einem einstimmigen Votum bestätigten die Delegierten der in der Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände e.V. zusammengeschlossenen Landesverbände am 28.05.2010 in Rostock Gerhard von Bressensdorf für weitere vier Jahre im Amt des Bundesvorsitzenden. Von Bressensdorf hatte im Jahr 1994 den Vorsitz in der Bundesvereinigung übernommen und in den folgenden Jahren seine Amtszeit mit der Zuarbeit und Mitgestaltung bei der Umsetzung der zweiten EG-Führerscheinrichtlinie ins nationale Recht begonnen. Im Jahr 2010 steht nun die Umsetzung der dritten EG-Führerscheinrichtlinie kurz vor dem Abschluss. Der alte und auch neue Vorsitzende machte in seinem Geschäftsbericht deutlich, dass er sich auch in Zukunft mit aller Kraft für die Erhaltung der professionellen Fahrausbildung in Deutschland einsetzen werde.

Staatssekretär Sebastian Schröder vom mecklenburgischen Ministerium für Verkehr, Bau und Landesentwicklung sprach sich vor den Delegierten dafür aus, das bislang nur für Fahranfänger in der Probezeit geltende Alkoholverbot auf alle Kraftfahrer auszudehnen. Außerdem wiederholte er die Position seines Ministeriums, das Mindestalter für die Moped-Klasse M (künftig AM) auf 15 Jahre herabzusetzen. Bei einer professionellen Ausbildung dieser Jugendlichen sei eine Gefährdung der Verkehrssicherheit nicht zu erwarten. In Abwandlung des alten Weisheit, in der Schule lerne man für das Leben, sagte er: In der Fahrschule wird für das Überleben gelernt. Er betonte die Bedeutung einer hohen Qualität der professionellen Fahrausbildung.

Auch Regierungsdirektor Rüdiger May vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung machte deutlich, dass die professionelle Ausbildung und die professionelle Prüfung im Ministerium als Eckpfeiler der Verkehrssicherheit angesehen werden. Deshalb werde nach einhelliger Meinung von Bund und Ländern die von der EG vorgesehene Fahrerschulung für die neu einzuführende Fahrerlaubnis der Klasse B mit der Schlüsselzahl 96 für Kombinationen zwischen 3,5 und 4,25 t zulässiger Gesamtmasse ausschließlich den Fahrlehrern übertragen werden.

Einem von der Zweiradindustrie geforderten Einschluss der Klasse A1 in die Klasse B erteilten beide Referenten eine deutliche Absage. Im Gegensatz zur allgemeinen Unfallentwicklung nehme die Zahl der Schwerverletzten und Getöteten bei den Motorradfahrern zu. Schließlich machten Motorradfahrer nur 3 Prozent der Verkehrsteilnehmer aus, ihr Anteil bei den Verkehrstoten liege aber bei 16 Prozent. Diese Zahlen sprechen klar gegen den Einschluss einer Motorradklasse in eine Vierradklasse.

Nicht durchsetzen konnten sich die Verkehrspolitiker und die zuständigen Beamten dagegen beim sogenannten „Feuerwehrführerschein“. Bei diesem Thema lasse sich die Politik von der Feuerwehr erpressen, so Gerhard von Bressensdorf. Argumente der Verkehrssicherheit zählten bei den Diskussionen mit den Feuerwehren und Rettungsdiensten nicht. Von den Organisationen seien ausschließlich finanzielle Argumente für eine Aufweichung der Führerscheinregeln vorgebracht worden. Bei der Beschaffung neuer Feuerwehrfahrzeuge spielten die Kosten keine Rolle. Lediglich bei der Ausbildung müsse geknausert werden, obwohl das Unfallrisiko bei Einsatzfahrten achtmal so hoch sei wie das Risiko bei normalen Fahrten.

In einem interessanten Vortrag, den er mit Filmszenen ergänzte, informierte Dr. Stefan Scholz von der Forschungsabteilung der VW AG die Delegierten nicht nur über die aktuell angebotenen Fahrerassistenzsysteme. Er ließ sie auch einen Blick in Entwicklungen der Forschungsabteilungen tun. Interessiert nahmen die Delegierten nicht nur das autonome Einparken in engste Parklücken zur Kenntnis, bei dem der Fahrer nicht mehr im Fahrzeug sitzt sondern außerhalb steht. Auch beim (teil)autonomen Fahren machen die Forscher und Entwickler erkennbare Fortschritte. Deutlich wurde aber auch, dass der Mensch als Fahrer auch in Zukunft eine wesentliche Funktion haben wird. Die Aufgaben werden sich wandeln, überflüssig wird der Fahrer aber sicher nicht werden. Das bedeutet für die Fahrlehrer, dass sie auch in Zukunft eine zentrale Stellung bei der Vorbereitung künftiger Kraftfahrer haben werden.

 

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